Prüfung · aktualisiert 6. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit
Zwischenprüfung vorbereiten: Ablauf, Gewichtung, Zeitplan

Wer die Zwischenprüfung für eine Generalprobe hält, verschenkt Punkte, die sich später nicht mehr aufholen lassen. In immer mehr Berufen zählt sie direkt zur Endnote.
Zwei Systeme
Bei der klassischen Zwischenprüfung wird der Leistungsstand festgestellt, das Ergebnis zählt nicht für den Abschluss. Bei der gestreckten Abschlussprüfung, die viele neue und neugeordnete Berufe nutzen, ersetzt Teil 1 die Zwischenprüfung und macht je nach Beruf 20 bis 40 Prozent der Gesamtnote aus.
Welches System für Sie gilt, steht in der Ausbildungsordnung Ihres Berufs. Der Ausbilder oder die Kammer sagt es Ihnen in einem Satz — fragen Sie früh, nicht vier Wochen vorher.
Zeitplan, der funktioniert
- Zehn Wochen vorher: Prüfungsordnung und Themenkatalog der Kammer besorgen. Beides ist öffentlich.
- Acht Wochen vorher: Alte Prüfungssätze durcharbeiten. Sie sind über die Kammern und Fachverlage erhältlich und zeigen das Niveau besser als jedes Lehrbuch.
- Sechs Wochen vorher: Lücken sortieren. Was aus dem Betrieb bekannt ist, braucht wenig Zeit; was nur in der Schule vorkam, braucht mehr.
- Zwei Wochen vorher: Eine vollständige Prüfung unter Zeitdruck simulieren.
- Letzte Woche: Wiederholen, nichts Neues anfangen.
Der praktische Teil
In gewerblich-technischen Berufen ist der praktische Teil oft entscheidender als der schriftliche. Üben Sie die Arbeitsschritte im Betrieb, nicht im Kopf, und lassen Sie sich von jemandem zusehen, der die Prüfung kennt. Die meisten Punktabzüge entstehen nicht durch fehlendes Können, sondern durch Zeitprobleme und vergessene Arbeitsschutzschritte.
Freistellung
Für die Prüfung selbst und für den Arbeitstag unmittelbar vor der schriftlichen Abschlussprüfung besteht Anspruch auf bezahlte Freistellung (§ 15 BBiG). Für die Zwischenprüfung gilt die Freistellung für den Prüfungstag.