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Leder- und Pelzherstellung

Ausbildung als Orthopädieschuhmacher/in

Orthopädieschuhmacher/in gehört zum Berufsfeld Leder- und Pelzherstellung. Derzeit sind 148 Stellen bundesweit frei. Unten stehen die aktuellen Angebote, dazu Zahlen zur Vergütung aus echten Stellenanzeigen.

148offene Stellen
900 €1. Lehrjahr (Median)
2Städte mit Angeboten

Was verdient man als Orthopädieschuhmacher/in?

LehrjahrVergütung brutto (Median)Netto (ca.)
1. Lehrjahr900 €711 €
2. Lehrjahr1.100 €869 €
3. Lehrjahr1.200 €948 €

Die Werte sind Medianwerte aus 9 ausgewerteten Stellenanzeigen für diesen Beruf. Im Vergleich aller 292 Berufe mit Vergütungsangabe liegt Orthopädieschuhmacher/in auf Rang 272. Der Median über alle Berufe liegt bei 1.128 € im ersten Lehrjahr, dieser Beruf darunter.

Netto gerechnet mit rund 21 Prozent Sozialabgaben, ohne Lohnsteuer, da die meisten Ausbildungsvergütungen unter dem Grundfreibetrag liegen. Genauer mit dem Vergütungsrechner.

Was macht man als Orthopädieschuhmacher/in?

Orthopädieschuhmacher/innen fertigen und ändern Schuhe und Hilfsmittel für Menschen mit Fußproblemen, Fehlstellungen oder Erkrankungen wie Diabetes. Sie vermessen Füße, bauen Einlagen und Maßschuhe und passen Konfektionsschuhe an. So helfen sie Kundinnen und Kunden, schmerzfreier zu gehen und zu stehen.

Typische Aufgaben

  • Füße vermessen, Trittspuren und Gipsabdrücke nehmen oder 3D-Scans erstellen
  • Orthopädische Einlagen nach ärztlicher Verordnung anfertigen und anpassen
  • Leisten modellieren und orthopädische Maßschuhe von Hand bauen
  • Serienschuhe zurichten, etwa mit Sohlenerhöhungen, Abrollhilfen oder Polstern
  • Orthesen und Fußprothesen herstellen und an Kunden anprobieren
  • Kunden zu passenden Schuhen und Hilfsmitteln beraten und Sitz und Wirkung kontrollieren
  • Aufträge dokumentieren und mit Krankenkassen abrechnen

Wo man arbeitet

Sie arbeiten meist in Betrieben des Orthopädieschuhtechnik-Handwerks, die eine Werkstatt und einen Verkaufs- und Beratungsraum haben. Manche Stellen gibt es in Sanitätshäusern oder Kliniken. Die Arbeit findet drinnen statt, abwechselnd an Werkbank und Maschinen und im direkten Kontakt mit Kunden. Oft arbeiten Sie im kleinen Team, bei Hausbesuchen in Pflegeheimen auch allein. Schichtarbeit ist nicht üblich.

Aktuelle Ausbildungsplätze als Orthopädieschuhmacher/in

AZUBI zum 01.09.2027 GESUCHT - Werde Orthopädieschuhtechniker*in (m/w/d) in der Coburger Innenstadt.

Bogdan Ner (NER Orthopädie) · Start 1. Sep. 2027

Stelle bei der Bundesagentur ansehen

147 passende Stellen in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit, Stand dieses Aufrufs. Die Bewerbung läuft direkt über den Betrieb oder die Bundesagentur, nicht über uns.

Wo es Ausbildungsplätze gibt

Aachen 3 Nürnberg, Mittelfranken 3

Die Ausbildung

Die Ausbildung ist dual und dauert laut Ausbildungsordnung dreieinhalb Jahre. Sie lernen im Ausbildungsbetrieb, in der Berufsschule und in überbetrieblichen Lehrgängen. Zu Beginn geht es um Werkstoffe, Werkzeuge, Maschinen und den Aufbau des Fußes. Danach folgen Einlagen, Schuhzurichtungen und das Anfertigen von Leisten. Später bauen Sie Maßschuhe, Orthesen und Prothesen und üben die Beratung von Kunden. Die Gesellenprüfung ist gestreckt: Teil 1 findet etwa zur Mitte der Ausbildung statt, Teil 2 am Ende.

Voraussetzungen

Gesetzlich ist kein Schulabschluss vorgeschrieben. Betriebe stellen in der Praxis meist Bewerber mit mittlerem Schulabschluss ein, oft auch mit gutem Hauptschulabschluss. Wichtig sind handwerkliches Geschick, genaues Arbeiten und ein Gefühl für Formen. Sie sollten keine Scheu haben, Füße anzufassen, und gern mit Menschen sprechen, auch mit älteren oder kranken. Interesse an Anatomie und an Materialien wie Leder, Kunststoff und Kork hilft.

Hilfreiche Schulfächer: Biologie, Werken/Technik, Mathematik, Kunst, Deutsch

Passt der Beruf zu Ihnen?

  • wenn Sie gern mit den Händen arbeiten und ein Werkstück selbst fertigstellen wollen
  • wenn Sie Menschen mit gesundheitlichen Problemen konkret helfen möchten
  • Sie arbeiten genau und haben Geduld, wenn etwas millimetergenau passen muss
  • Sie interessieren sich für den menschlichen Körper und dafür, wie Bewegung funktioniert

Nach der Ausbildung

Nach der Gesellenprüfung können Sie sich auf Bereiche wie Sportschuhversorgung, Diabetesversorgung oder digitale Fertigung mit Scanner und Fräse spezialisieren. Der wichtigste Aufstieg ist die Meisterprüfung im Orthopädieschuhmacher-Handwerk. Als Meister/in dürfen Sie einen eigenen Betrieb führen und ausbilden. Möglich ist auch ein Fachwirt im Gesundheitswesen oder ein Studium, etwa in Orthopädie- und Rehabilitationstechnik.

Worauf es in diesem Beruf ankommt

Ausbildungsbetriebe müssen fachlich und persönlich geeignet sein und über einen Ausbilder mit Nachweis nach der Ausbilder-Eignungsverordnung verfügen. Die zuständige Kammer prüft das, bevor sie einen Vertrag einträgt. Wer also einen eingetragenen Vertrag hat, ist in einem geprüften Betrieb.

Die Zahl der offenen Stellen sagt wenig über die Qualität der Ausbildung im einzelnen Betrieb. Aussagekräftiger sind die Übernahmequote, die Zahl der Auszubildenden im Verhältnis zur Belegschaft und die Frage, ob es einen festen Ansprechpartner gibt. Danach kann man im Vorstellungsgespräch fragen.

Die Ausbildungsvergütung ist seit 2020 nicht mehr frei verhandelbar. Nach § 17 Berufsbildungsgesetz muss sie angemessen sein, und es gilt eine gesetzliche Mindestvergütung, die jährlich steigt. Betriebe mit Tarifbindung zahlen fast immer darüber.

Die Zwischenprüfung nach etwa der Hälfte der Ausbildung zählt in vielen Berufen bereits zur Abschlussnote. Bei der gestreckten Abschlussprüfung, die immer mehr Berufe nutzen, macht Teil 1 je nach Beruf 20 bis 40 Prozent der Endnote aus. Wer sie als Generalprobe abtut, verschenkt Punkte, die sich später nicht mehr aufholen lassen.

Berufsschule und Betrieb wechseln sich ab, entweder in Blöcken von mehreren Wochen oder an festen Wochentagen. Die Berufsschulzeit ist Arbeitszeit und wird bezahlt. Wer unter 18 ist, muss nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz an Berufsschultagen mit mehr als fünf Unterrichtsstunden nicht mehr in den Betrieb.

Häufige Fragen

Wie viele Ausbildungsplätze als Orthopädieschuhmacher/in gibt es?

Aktuell sind 148 Stellen in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit ausgeschrieben. Die Zahl schwankt im Jahresverlauf stark; die meisten Stellen werden zwischen Herbst und Frühjahr veröffentlicht.

Was verdient man in der Ausbildung als Orthopädieschuhmacher/in?

Der Median liegt bei 900 € im ersten Lehrjahr, 1.100 € im zweiten und 1.200 € im dritten. Grundlage sind 9 ausgewertete Stellenanzeigen. Tarifgebundene Betriebe zahlen meist mehr.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Die meisten dualen Ausbildungen dauern zwischen zwei und dreieinhalb Jahren. Die genaue Dauer legt die jeweilige Ausbildungsordnung fest.

Was ist der Unterschied zu einem normalen Schuhmacher?

Schuhmacher reparieren und fertigen Schuhe vor allem für gesunde Füße. Orthopädieschuhmacher/innen versorgen Menschen mit Fehlstellungen, Verletzungen oder Erkrankungen und arbeiten nach ärztlicher Verordnung. Deshalb gehören Anatomie, Krankheitsbilder und Beratung fest zur Ausbildung.

Wird noch viel von Hand gearbeitet?

Ja, das Formen von Leisten, das Zuschneiden und das Anpassen am Kunden bleiben Handarbeit. Gleichzeitig nutzen viele Betriebe 3D-Scanner, Software und computergesteuerte Fräsen, etwa für Einlagen. Sie lernen in der Ausbildung beides kennen.

Habe ich viel mit Kunden zu tun?

Ja, der Kontakt ist ein großer Teil der Arbeit. Sie vermessen Füße, fragen nach Beschwerden, lassen Schuhe anprobieren und kontrollieren später den Sitz. Viele Kunden sind älter oder haben Schmerzen, daher sind Geduld und Einfühlungsvermögen gefragt.

Welchen Schulabschluss brauche ich?

Für die duale Ausbildung ist gesetzlich kein bestimmter Abschluss vorgeschrieben. In der Praxis erwarten Betriebe je nach Beruf einen Hauptschul- oder mittleren Abschluss. Ein Praktikum wiegt in vielen Berufen schwerer als die Noten.

Kann ich mich hier bewerben?

Nein. Wir sind ein Portal, kein Vermittler. Die Bewerbung läuft direkt über den Betrieb oder über die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit, zu der jede Stelle oben verlinkt ist.

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Alle Stellenangebote stammen aus der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit und werden bei jedem Seitenaufruf frisch abgefragt. Was ein Beruf zahlt, rechnen wir aus den Angaben der Betriebe selbst; wo zu wenige Angaben vorliegen, zeigen wir keinen Wert. Stand der Auswertung: September 2026.

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